Zeitreise durch die Geschichte der elektronischen Musik

16.04.10

Am Anfang…

…stand die Undergroundszene, welche schon immer eine offene Art für Neuerungen in der Musikszene hatte.

Denn auch heute ist es meistens so, dass eine Neuerung erst den Underground durchläuft, sozusagen angetestet wird und dann von der Musikindustrie für den Massenmarkt ausgeschlachtet wird.

Eine der Entwicklungsstufen mit der ich auch beginnen werde war die Musikrichtung “Disco”. Ein Phänomen ist deren Entwicklung in den Clubs und Diskotheken. Eine tragende Säule dabei ist und war der DJ (obwohl er in seiner damaligen Funktion den Namen eigentlich noch nicht so richtig verdient hat), der bis dato die Aufgabe einer menschlichen Jukebox wahrnahm.

In jenen Jahren entwickelten die Dj´s ein neues Bewusstsein und neue Techniken beim Abspielen der schwarzen Scheiben in den Tanztempeln. So begann aus dem ehemaligen “Plattenaufleger” ein Unterhaltungskünstler zu werden. Mit seinen Musikinstrumenten (Turntables, Mixer und Mikrofon) war er in der Lage die Massen in Ecstase zu versetzen.

Die Techniken die entstanden sind heute wichtiger denn je, sei es das Angleichen der Geschwindigkeit zweier unterschiedlicher Tracks oder das Erzeugen von Stimmungen über mehrere Titel hinweg. Der DJ von einst ist natürlich noch längst nicht mit dem heutigen zu vergleichen. Die neuen Techniken wurden meistens zur Effekthascherei genutzt. Ich denke aber, dass es heutzutage egal ist warum das entstanden ist, viel wichtiger ist, dass es diese Entwicklung gab.

Ausserdem ist seit dieser aufregenden Zeit eines sicher, eine neue Zeitrechnung ist über uns hereingebrochen, das Zeitalter der DJ´s. Unsere heutige Musik ist verschiedensten Einflüssen unterworfen, so kann man Elemente von Soul, Gospel, Blues, Swing und auch vom Rock`n`Roll wiederfinden(die Liste könnte man noch weiter aufführen). Grund hierfür ist das Ineinandergreifen der Musikstile zu einer neuen.

Erwähnenswert ist auch, dass es den DJ bis in die Sechziger hinein nur bei den Radiostationen gab. Nicht vorenthalten möchte ich euch den weiteren Verlauf der Entwicklung, beginnend mit der Musikrichtung Disco. Also dann lasst uns nicht zu lange hier verweilen denn “Wer rastet der rostet…”.

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D-I-S-C-O

..ja während ich hier so schreibe schwirrt mir komischerweise dieses Lied durch den Kopf, dass eine ganze Ära besingt.

Aber was eigentlich ist Disco? Wo kommt der Begriff her? Ich glaube darüber denkt man heute gar nicht mehr nach, denn dieser Begriff ist mit unserem Leben verbunden so wie wir die Luft zum Atmen brauchen. Nachdem ich eine Weile im Netz recherchiert habe bin ich auf eine simple Erklärung gestossen.Der Begriff Disko ist die Kurzform des französischen Wortes Discotheque der zusammengesetzt wurde aus den griechischen Begriffen Discos (Scheibe) und Theke (Behältnis).

Machen wir an dieser Stelle einen Zeitsprung in die Nachkriegsjahre. Nach den langen Kriegsjahren herrschte auf der ganzen Welt Not und Elend. In diesen Zeiten der Mangelwirtschaft erkannten die Betreiber der weltweit ersten Clubs, dass es ökonomischer ist einen Plattenaufleger zu engagieren als eine Band. Das war dann wohl der Grund für die Namensgebung “Discotheque” dem Ort an dem die schwarzen Scheiben zu Hause sind. Damals in Frankreich…

Dieses Prinzip entdeckten die Amerikaner 1960 wieder und eröffneten die Diskothek “Le Club”. Damit begann die Diskoära. Wobei man noch ein wenig auf die musikalische Entwicklung warten musste, denn die Disco war Anfangs nur Schauplatz der Geschichte. Der Trend Clubs zu eröffnen, in denen Plattenaufleger für die musikalische Unterhaltung sorgten, hielt nich allzu lange an. Wir schreiben das Jahr 1969, mittlerweile ist das erste Discofieber zurückgegangen und es galt nun als schick in einen Liveclub zu gehen. Die Geschichte der Clubs neigte sich ihrem Ende entgegen,doch nur vorläufig…

In den Siebzigern begann die musikalische Undergroundbewegung mit kleinen Parties und Undergroundparties, welche den Namen Miet- oder Blockparties erhielten(so jedenfalls David Toop in “20 Jahre Discoproduktionen”). Bis heute gelten diese Party´s als das Forum für die innovative Entwicklung von Musik und
DJ-Künsten. Anfang der Achtziger ersetzten die Garagesession die Miet- und Blockparties. Seither ist die Geschichte der elektronischen Musik eng verbunden mit halböffentlichen meist halblegalen Parties.

Ich merke gerade, dass ich ganz schön abgeschweift bin. Aus diesem Grund werfen wir an dieser Stelle noch einen Blick zurück in das Jahr 1969. Im “Salvation” legte man den Grundstein für den Begriff “Partymusik”. Samstags wie immer zur Wochenendparty, ähnlich wie ein Discobesuch in unserer Zeit, an den Turntables steht der DJ er nimmt die Lautstärke der Musik zurück die Halle bebt und die Crowd schreit lauthals “Partie, Partie”. The Partymusic was born!

Der Saal wurde abwechselnd von Francis Grosso und Terry Noel zum Kochen gebracht. Doch im Verlauf der Geschichte hat alles sein Ende so auch das “Salvation.” Es schlug die grosse Stunde für den Club “The Church”. Er galt für eine kurze Zeit als einer der wichtigsten Treffpunkte des Undergrounds. Den Namen erhielt er übrigens von der Location in welcher er sich befand, einer ehemaligen Baptistenkirche.

Der katholischen Kirche war dieser Club ein Dorn im Auge, nicht zuletzt aufgrund der Dekoration in dem ehemaligen Gotteshaus, dargestellt an den Wänden von “The Church” war, um nur eines zu nennen, der “Satan mit Putten”. Die Kirchenoberhäupter belegten das Haus mit einem Bann. Ich glaube diesen Wink mit dem Zaunspfahl hatten die Betreiber verstanden und gaben ihrer Location den Namen “Sanctuary”, zeitgleich wurde die anstössige Deko verhüllt.Eine Weile später kam dann Dragqueen Shalley in den Laden und übernahm das Managment. Sie funktionierte das “Sanctuary”in eine Schwulendisco um. (nachzulesen bei Albert Goldmann “DISKO”)

Soweit also zu der Entwicklung der Locations, welcher der Musikrichtung “Disko” ihren Namen gaben. Schauen wir uns nun an welchen Anteil die DJ´s an dieser Entwicklung hatten. Dazu eignet sich das Beispiel Francis Grosso. Er steht in der DJ-Geschichte als der erste, der seine musikalischen Ideen verwirklichte indem er die Musik auf den Platten manipulierte und abmischte. Seine bevorzugten Scheiben waren schnelle Soul- und Funkscheiben die er dann noch mit afrikanischen Rhythmen würzte. Wir reden jetzt aber nicht von der Arbeit in einem Tonstudio, nein Francis verwirklichte das live vor seinem Publikum.

Ich glaube am besten formuliert hat das Tom Smucker in dem er sagte:

“Wenn die Leute in den Clubs dazu tanzten, war es Disco, wenn nicht, war es kein Disco.”

(Auszug aus Jim Miller “The Rolling Stone Illustrated History of Rock’n'Roll”)

Last but not least bleibt mir noch zu sagen, dass an dieser Stelle die Musikindustrie zum Einsatz kam. Es war Mitte der Siebziger, die Plattenfirmen kopierten diese Musikrichtung und Disco wurde von amerikanischen Radiosendern gespielt. 1975 erblickte die erste Maxisingle das Licht der Welt. Die Zeit des grossen Discofiebers war ausgebrochen. Es entstanden in den Jahren bis 1979 über 10000 Diskotheken in den vereinigten Staaten. Künstler aus dieser Zeit um nur einige zu nennen waren Patrick Hernandez, Anita Ward deren “Ring my Bell” man heute noch im Ohr hat und Barry White als Vertreter für die Salsoul-Records. 1979 klang dieser Boom langsam ab, welchen Einfluss “Disco” auf die weitere musikalische Entwicklung der elektronische Musik haben sollte könnt ihr in den nächsten Abschnitten lesen.

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Die deutsche Avantgarde

Wenn ich bisher den Eindruck vermittelt habe aller musikalischer Ursprung kommt aus Amerika, dann wird es Zeit diesen Artikel zu lesen. Wir schwenken unseren Blick von Amerika in das Zentrum Europas nach Deutschland, denn dort hat es sich zugetragen…ja ihr habt richtig gehört Innovation im good old Germany, die 68iger Studentenbewegung rüttelt an der alten Ordnung. Die Studenten gehen auf die Strasse und demonstrieren gegen die völlig antiquierten Lehrpläne. Man ging auch für den Weltfrieden auf die Strasse. Und nicht zu aller letzt gab es auch radikale Gruppierungen. Doch ich möchte mich hier nicht weiter über die Studentenbewegung auslassen….(ich kann mich noch an den Pressekrieg gegen Fischer erinnern). Soweit zum politischen Wort am Sonntag über das konservative Deutschland.

Ich werde nun wieder in den Bereich der musikalischen Entwicklung eintauchen. Warum hat er uns jetzt von der 68iger Studentenbewegung erzählt wird sich manch einer fragen, die Antwort darauf ist schnell gegeben. Das Leben und seine Entwicklung unterliegen natürlich allen sozialen Einflüssen die auf uns einwirken.

Bisher war es in deutschen Kapellen üblich ihr eingeübtes Programm abzuspielen, während eines Auftritts zu improvisieren oder vielleicht experimentell in den Musikverlauf einzugreifen wäre nicht denkbar. Und ich denke an dieser Stelle genau hier greifen die sozialen Veränderungen, eine Stimmung des Aufbruchs macht sich breit. Just in Time, in diesem Strudel von Ereignissen gründet sich die Gruppe CAN, welche neue Techniken ausprobierte um ihre musikalischen Ideen auf der Bühne umzusetzen. Ihr Hit “Transcendental Express” der seinen Siegeszug bis in die USA antrat war wegweisend. Die daraus resultierende Musikrichtung bezeichnet man noch heute als “Krautrock”. ;-)

Wir befinden uns noch im Jahr 1968, unsere Reise führt uns an die Kunstakademie Düsseldorf. Hier trafen sich die “Pioniere der elektonischen Musik”und gründeten die Band “Organisation”. Seit ihr schon darauf gekommen von wem hier die Rede ist. Ja super dann brauch ich ja die beiden namentlich nicht weiter erwähnen.

Keine Angst für diejenigen die es noch nicht wissen, es waren Ralf Hütter und Florian Schneider. Die Bandgründung war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Weltruhm. Nach Ihrem ersten Album “TONE FLOAT”, gaben die beiden Ihrem Projekt einen neuen Namen unter dem Sie noch heute weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt sind.

“Wir erfinden Geschichten und illustrieren Sie mit Musik”

Bevor sich Ralf und Florian an ihr viertes Album setzten, leisteten sie sich erstmals einen Synthesizer(Mini Moog). Nachdem sie ihr neues Spielzeug ein wenig getestet hatten kamen sie auf die geniale Idee den Synthesizer mittels Sequenzer mit der Drummaschine zu verbinden. Ja so ist es bei vielen Dingen erst die Mischung machts. Und da ihre Musik schon immer experimentell war kam es wie es kommen musste. Aber was kam eigentlich?

Die Beiden hatte keine Lust dieses nützliche Instrument verkommen zu lassen um nur Orchester nachzuspielen. Ihr Interesse war es das Potential dieser Geräte für eigene Ideen auszunutzen. Sie kamen auch bald zu der Erkenntnis, dass sie eigentlich keine Musiker sind sondern eher Wissenschaftler oder Arbeiter mit Maschinen.

So änderte sich ihr Outfit vom Freakigen zum Einheitslook. Sie begannen Puppen zu ihren Pressekonferenzen zu schicken und diese auch in ihr Bühnenbild einzuarbeiten. Das war Perfektion pur, das Image der “Mensch-Maschine” war geschaffen.

Sie schufen eine Unzahl innovativer Hits wie zum Beispiel “Trans Europa Express”(1977)und “Mensch-Maschine”(1978), alle hier aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Wenn man die alten Kraftwerkalben hört erkennt man viele Elemente in der heutigen Musik.

Somit wurden sie zu wichtigen Vorreitern der heutigen elektronischen Musik und ich denke auch: “…es wird immer weitergehn,….Musik als Träger von Ideen…”.

1998 sollte 30jähriges Bühnenjubiläum sein, obwohl sich die Gruppe seit Jahren sehr rar macht. Schade eigentlich….

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… you dont stop …

Schön, dass Ihr noch da seid, also ran an an den Text. Ich denke mit ruhigem Gewissen sagen zu können, dass die nächste Entwicklungstufe nach „Disko“ die Bezeichnung Hip Hop erhielt. Ihr wisst schon „to the Hip Hop the hippy hippy…to the Hop…you dont stop“. Ja und wer hat das als erstes gesungen(gesprochen)? Das kann man nicht genau belegen, denn da sind die Sachverständigen unterschiedlicher Meinung.

So schreibt FAB 5 Freddy in seinem „Wörterbuch der HIP HOP Kultur“ der Begriff sei geprägt von DJ Hollywood, der das gern bei Veranstaltungen ins MIC schrie. Dann ist da noch African Bambaata, der 1974 erklärte der Begriff wurde von ihm erfunden, egal wer es nun war wir wollen das an dieser Stelle bewenden lassen…

Ungeschriebener Fakt ist es, dass HIP HOP eine Musikrichtung ist, die mit Sprechgesang unterlegt ist. Es ist davon auszugehen, dass dieser Sprechgesang eine Weiterentwicklung des Verbal Contest ist, der sich entwickelte aus der Tradition der afrikanischen Griots, welche Geschichten und Nachrichten in meist musikalischer Form vermittelten.

Wer mehr dazu wissen möchte kann sich das Buch Rap-Attack von David Toop zur Hand nehmen, was den Rahmen einer Webseite natürlich sprengen würde.

In dem Buch erfährt man unter anderem, dass RAP von dem englischen Begriff „to rap“(klopfen, schlagen, pochen) abstammt und seine erste Erwähnung im 17.Jahrhundert hatte. Als Bezeichnung für eine bestimmte Art des Sprechens steht es seit 1870. Was soll ich sagen der Rapper im Wandel der Zeit. 1916 wurde der geheime Informant der Polizei so genannt. In den Fünfziger Jahren war rhythmisches Sprechen mit oder ohne Musik das Thema, wenn man von RAP sprach.

Die Stilrichtungen Soul und Gospel haben sicherlich auch ihren Teil dazu beigetragen. Inspirierend waren die Ministrelshows, die die Männerwelt in ihrer Gewalt, Obszönität und Frauenfeindlichkeit darstellten. Diese Shows waren eine Mischung aus Tanz, Schauspielerei, Gesang und Komödie. In der ganzen Auflistung möchte ich nicht die Gottesdienste in den Ghettos und Slums der Schwarzen unterschlagen.Und zu guter Letzt entstanden die oben genannten Verbal Contests. Somit sind wir angelangt bei dem „Krieg der Worte“, bei dem es einzig und allein darauf ankommt, wer als Klügerer, Schlagfertigster und Härtester abschneidet.

Erheben wir nun unseren Blick aus dem Geschichtsbuch und wandern mit unserem Blickfeld Richtung Jamaika. Auch hier hielt der amerikanische Trend seinen Siegeszug. Die örtlichen Gegebenheiten veranlassten die Jamaikaner zu improvisieren. So fehlten dort die Künstler die diesen Stil repräsentierten, doch das war noch lange kein Grund auf diese Musikform und die dazugehörigen Parties zu verzichten. Man kam auf die Idee einen Lkw mit Lautsprechern und einem Turntable zu versehen, und so gerüstet lautstark durch die Lande zu ziehen. Fast wie die Loveparade mit nur einem Wagen. Aus den jamaikanischen Ursprüngen entwickelte sich die heutige jamaikanische Reggaekultur, mit ihren 2 Hauptströmen “DUB” und “TALKOVER”.

Zurück nach Old Amerika. Mit 12 Jahren siedelte Clive Campbell mit seinen Eltern von Jamaica in die New Yorker Bronx über. Dort wurde er dann musikalisch beeinflusst von dem Stil der Disco DJ´s. Seine ersten Erfahrungen sammelte er übrigens 1973 auf der Geburtstagsparty seiner Schwester, wo er für die musikalische Unterhaltung sorgte. Er legte dort seine Lieblingsplatten auf und rappte dazu. Die anwesenden Gäste waren davon so angetan, dass er fortan auf mehreren Parties auflegen sollte. Bald wurde er dafür auch honoriert. Er begann Funk und Latino zu mixen, weil die Musik seiner alten Heimat in der Bronx nicht so angesagt war.

Von seiner Heimat übernahm er die Idee der Soundsysteme. Die Lautstärke die man mit solchen Anlagen erzielen konnte war so enorm, dass „KOOL DJ HERC“ schnell bekannt wurde. Seine Musikmischung die sich von den anderen DJ`s abhob trug einen weiteren Teil dazu bei, dass Herc schnell populär wurde. Herc erkannte in der Zeit, dass Rhythmuspassagen das Publikum besonders zum Tanzen animierten und koppelte diese Erkenntnis mit den bekannten Mixtechniken der Disco-DJ´s und reihte diese Passagen aneinander. Das ist ein Bestandteil auf dem Weg zum heutigen Mix.

Die Vervollkommnung dieser Techniken erfolgte aber erst durch DJ Grandmaster Flash. Er, in jener Zeit stark beeindruckt von Herc und seinen Soundsytem, begann auf kleinen Parties aufzulegen. Bei seinem grossen Vorbild DJ Pete Jones entdeckte er die Möglichkeit des Vorhörens. Dadurch war er fähig geworden die Lieder fehlerfrei ineinander zu mixen. Das genügte ihm aber nicht und er brachte einen dritten Plattenspieler in seinem System unter, mit dem er kurze „Schnipsel“ einer Platte in bereits laufende Beats ein- und ausblendete. Bei dem Punch Phasing (so wird diese Technik genannt) nahm er gern kurze Textpassagen aus Funkstücken wie „Lets Dance“ oder „Rock it“. Manchmal war es nicht ausreichend diese Effekte nur einmal zu spielen so drehte er halt die Platte schnell zurück (Backspin)und der Sample konnte nochmals genutzt werden. Dabei kann das Quietschgeräusch mittels Crossfader ausgeblendet oder als Extraeffekt genutzt werden. So entstand im gleichen Zeitraum, in dem die Disco Djs clubtaugliche Remixe schufen, das Life Remixen auf der Bühne. Bald brachte ihn ein befreundeter Musiker auf die Idee, eine Beatbox in sein System zu integrieren. Dadurch konnte er sich mehr auf das Punch Phasing und Backspinning konzentrieren. Das erste Mal in der Musikgeschichte konnte der DJ den Blick über den Tellerrand werfen und in die Welt des Musizierens und freien Komponierens eintauchen. Die Übergänge konnten mittels der Beatbox erzeugt werden.

Wenn wir hier über HIP HOP sprechen, dürfen wir einen nicht vergessen zu erwähnen. Ja die Geschichte geht weiter mit Africa Bambaata. Er gilt noch heute als einer der hauptverantwortlichen für die soziale und kulturelle Bedeutung der HIP HOP Bewegung. Begonnen hat diese Geschichte in der berüchtigten Gang Black Shades, zu der unter anderem auch KOOL DJ HERC angehörte. Gewalt stand auf der Tagesordnung, Bandenkriege also der nackte Kampf ums überleben. Als während einer Auseinandersetzung ein guter Freund von ihm durch eine Kugel sein Leben beendete, wandte er sich der Gewalt und dem Drogenkonsum ab. Er widmete seine Zeit der entstehenden Bronxkultur.

Die Vorzüge die seinerzeit eine Gang einem Schwarzen bot wollte er aber nicht vollständig aufgeben. So gründete er die Gruppe „The Organisation“ aus der 1975 die ZULU-Nation hervorging. Die ZULU-Nation ist heute über die ganze Welt verteilt und deren Mitglieder bestehen hauptsächlich aus Rappern, DJ´s und Produzenten. In dieser neuen Form der Gang wurde getanzt, gesprayt, gescratcht und gerappt. Die Ausseinandersetzungen der Gangs wurden nicht mehr mit Waffen ausgetragen sondern mit DJ- oder Break Dance Battles. Dabei wurde die ZULU-Nation oft als Ordnungsinstanz eingesetzt. Durch alle diese Faktoren, die neuen abgehackten Breakbeats, der daraus resultierende Break Dance und die verbale Ausschmückung der Musik, entstand HIP HOP. Africa vereinte diese 3 Elemente mit dem vorher praktizierten Sprayen von Graffiti und wurde damit zu einem der Mitbegründer der HIP HOP Kultur der schwarzen Jugendlichen in den Ghettos.

HIP HOP verlies 1979 die Ghettos und wurde gesellschaftsfähig. In der öffentlichkeit stieg der Umsatz mit Tonträgern und es wurden Parties gefeiert.1980 wurde der erste State of Art Kultplattenspieler vermarktet. Es handelte sich dabei um den Technics 1200 MK II. Ja und als Beispiel für die neuen Gangformen möchte ich noch Harry Belafontes Klassiker „BEAT STREET“ erwähnen.

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Electro

Zeitsprung noch einmal zurück in das Jahr 1982, das Jahr in dem African Bambaata(li.) den legendären Song “Planet Rock” aufnahm. Dieser Titel war eine explosive Mischung aus Synthesizerklängen a la`Kraftwerk die in einer Drummachine erzeugten Funkbeats gesalzen mit Vocals. Durch diese Kombination wurde ein Musikstil geschaffen den man von nun an Electro nannte.

Also mal kurz zur Info damit ihr nicht allzu lange suchen müsst in Planet Rock wurden Numbers und Trans Europa Express verarbeitet.

In David Toop´s Buch “Rap Attack” äußerte sich Africa Bambaata:

“Ich glaube nicht dass Kraftwerk wussten wie wichtig sie 1977 für die Schwarzen waren!”

Ausgelöst von dem überwältigenden Erfolg, folgte eine Lawine von Electroproduktionen, als Vertreter nenne ich hier “Grandmaster Flash and The Furious Five” mit “The Message” und “Scorpio”. Es sei hier allerdings erwähnt, dass trotz des Hypes Electro nur eine kurze Phase in der Hip Hop Bewegung darstellte. Mit den Platten von “RunDMC” erreichte Electro erstmals Platinstatus. Ich möchte hier natürlich auch einfügen, dass Arthur Baker und John Robie die Producer der ersten Stunde waren was Electro angeht.

Ich glaube Ihr habt es bereits gemerkt,da Electro nur eine Unterform des HipHop oder besser gesagt, eine Weiterentwicklung darstellt gibt es nicht wirklich so viel zu berichten. Sei noch erwähnt, dass bis heute, Electro eines der wichtigsten Standbeine des amerikanischen Musikbusiness darstellt.

Wenn wir nun also an Electro denken, dessen Form wir in den letzten Jahren durch Remixe von Jason Nevins kennenlernen konnten, wollen wir auch nicht “Jam Master Jay” vergessen, der am 31.10.2002 durch eine Kugel ums Leben kam. Danken wir an dieser Stelle für die vielen interressanten Platten die unter seiner Mitwirkung entstanden sind.

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In the Beginning there was Jack…

Wir befinden uns nun im Jahre 1980. Chicago eine alte versiffte Lagerhalle, hier lebte Disco in den 80igern weiter, als die Öffentlichkeit diesen Musikstil schon längst abschrieb. Der Club nannte sich Warehouse, dessen Kurzbezeichnung House ich nun näher beschreiben werde. In den Jahren war der Club ein Highlight in der Clubwüste Chicago´s.Frankie Knuckles(Bild links) legte dort Samstags und Sonntags auf.

Da Housemusic und Parties heute immer in einem Atemzug mit Drogenmissbrauch genannt wird soll an der Stelle hier nicht das Zitat von Armand van Helden fehlen, was ich persönlich für so aussagekräftig halte, dass ich hiermit auch die Randerscheinungen nicht weiter behandeln werde…Doch lassen wir Armand zu Wort kommen:

“Als ich zur Housemusic gekommen bin, war es in den meisten Clubs verboten, Alkohol auszuschenken. Die Kids, 17/18 Jahre alt, liefen ein – tranken Orangensaft oder Wasser und tanzten sechs Stunden lang. Schweiss ! Schweiss war Ihre Droge ! You know what I’m saying ?”

Gehen wir zurück zum Warehousenach Chicago, immer noch am Anfang der Achtziger ist das ungewöhnlichste, dass hier ein LiveDJ auflegt. Durch den menschlichen Faktor der Musikgestaltung und dem Soundsystem das sehr gut gewesen sein soll sprach man in den Plattenläden von: “that Sound they play down the House…”, das war dann wohl auch die Stunde der Namensgebung.

Damit ich hier aber kein falsches Bild vermittle, komme ich nun zu dem Anteil der damaligen Radio DJ´s. Eine der bekanntesten Gruppen dieser Zeit war Hot Mix 5 . Mitglieder dieser Gruppe waren unter anderen Farley Keith (bekannter als Farley Jackmaster Funk) und Ralph Rosario. Sie waren verantwortlich für die “HOT MIX FIVE RADIO SHOW” die ein wichtiges Bindeglied zu all den Leuten war, die nicht auf eine Party gehen konnten.

Was die Housemusik prägt, ein Beat der von weich ca. 110 bis ziemlich hart 135 BPM reicht.Alle Elemente hier aufzuzählen wäre eine mühselige Sysyphusarbeit. Deswegen seien hier genannt Funk, Electro, Synthiepop Gospel und Soul.

So ab ´84 als es den schwarzen Kids möglich war, durch fallende Preise in dem Marktsegment der elektronischen Musikinstrumente,sich Beatboxen und Synthesizer zu leisten, fingen sie damit an die sogennanten Jack Tracks zu basteln. Die Jack Tracks sind Instrumental gehaltene minimalistische Rhythmtracks.Bekanntestes Beispiel denke ich mal ist Steve “SILK”Hurley´s Jack your Body.

Im Laufe der Zeit kamen dann die Vocals hinzu und 1985 trat Marshall Jefferson mit “Move your Body” seinen Siegeszug, um die Welt, an. Das war auch der erste Titel der mich jahrelang faszinierte und mich zu dieser Musikrichtung brachte.Doch über mich möchte ich jetzt nicht weiter erzählen…

Der Stil House spezialisierte sich dann in Chicago zum “Deep House”, gekennzeichnet durch eine einfache Bassline. In New York entwickelte sich das Garagehouse, eine Art spielerischer Umgang mit den Stilen Gospel und Soul. Die Bezeichnung Garage-House stammt übrigens von der Location “Paradise Garage N.Y.”.

1986 wurden dann auch Hip Hop und House miteinander vermischt und folgerichtig wurde das ganze dann Hip House genannt. Im darauffolgenden Jahr begann sich diese Musikrichtung weltweit durchzusetzen, obwohl es nie eine Hauptrichtung des Mainstreams wurde.

Bevor ich diesen Entwicklungszweig dann verlasse, möchte ich noch das Zitat von Phil Cheeseman in seinem Buch “The History of the House Music” wiedergeben:

“Inzwischen sind mehr als 15 Jahre vergangen als die ersten Housetracks auf Vinyl erschienen sind. 15 Jahre, in denen die Technologie die elektronische Musik extrem verändert hat, aber nicht die grundlegenden Strukturen von House. Seit mehr als 10 Jahren sagt man schon , dass es House nicht mehr lange geben kann, dass es nur konzentrierte Energie, ein schneller Hype war, der schneller verschwinden würde als er begonnen hat. Dann aber erfand sich die Musik selber, immer wieder und immer wieder, bis den Menschen klar wurde, das House nicht nur eine Phase von Clubkultur war, sondern auch die Zukunft der tanzbaren Musik. Der Grund dafür? Das ist ganz einfach – Menschen tanzen gern zu House.”

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Detroit Techno

Viele der technoiden Jünger sehen in den musikalischen Anfängen, welche Mitte der Achtziger in dieser Stadt ihren Verlauf nahmen, den Anfang der Technomusik. Auch hier ist wie bei allen anderen Musikstilen der Einfluss unterschiedlichster Elemente, aus anderen Genres, nicht abzustreiten.

Ein Mann, der einen wesentlichen Anteil dazu beitrug, dass sich der Techno in Detroit breit machen konnte, war der Radio-Dj Electrifying Moyo. Der mit seiner Radioshow “WHYT” die nachfolgenden Dj´s inspirierte. Die erste Garde der Technojunkies setzte sich aus Juan Atkins, Derrick May und Kevin Saunderson zusammen. Der Stil der auf die 3 gennanten einwirkte, war eine Mischung aus Kraftwerk, Pink Floyd, Nitzer Ebb, Depeche Mode und vielen anderen mehr.Im Gegensatz zu anderen Rundfunkanstalten, wo das nicht so üblich war.

Schauen wir uns die Stadt des Ursprungs näher an.Wir befinden uns im Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie, in den heruntergekommenen Armenvierteln, erstreckt sich ein Meer gespenstischer Ruinen der postindustriellen Zeit. Es herrscht tagsüber ein ohrenbetäubender Lärm, gemischt mit dem Geheul der Industriesirenen, welche die Arbeitszeit oder Pausen ankündigen. In diesem Umfeld, wo die Jugendarbeitslosigkeit erschreckend hohe Zahlen erreicht. Das alles führte natürlich zu Frustration, welche sich in der Kriminalstatistik niederschlugen. Ungeachtet aller Umstände ist es auch ein Fakt, dass Musik und die Tanztempel dafür sorgten, die Jugendlichen von der Strasse zu holen.

Die Wurzeln des Künstlers Juan Atkins liegen im Funk, so zumindest legte er im Parliament noch auf. Später kam er dann in Berührung mit Musik von Kraftwerk und Depeche Mode, was sein Schaffen in eine neue Richtung lenkte. Er war infiziert mit dem Virus den man elektronische Musik nennt.Durch diesen Einfluss begann Atkins, unter dem Namen Cybotron, elektronische Sounds mit groovig Funkigen Rhythmen zu vermischen. Cybertron war eine der zentralen Institutionen zur Popularisierung elektronischer Musik. Der Stil dieser Musik beeinflusst noch später die Popmusik. 1985 trennt sich Atkins von Cybotron und Bandmitbegründer Rick Davis.

Es entstehen die Projekte Modell 500, deren Hit “No UFO´s”, übrigens ist das die erste Platte von diesem Projekt, heute noch als Technoklassiker gilt. Juan´s Aktivitäten beschränkten sich nicht nur auf die Produktionen seiner Titel, sondern er arbeitete auch engagiert als Dj und Mitbegründer des Musikkollektivs “Deep Space” mit dem dazugehörigen Club. Mitbegründer? Natürlich waren Kevin Saunderson und Derrick May auch mit von der Partie. Dieser Club wurde zum Treffpunkt vieler Musiker, zu nennen wären da Blake Baxter, Carl Craig, Ritchie Hawtin aka Plastikman. Sie wurden hier den Einflüssen dieser Musik unterworfen. Sorgten dafür, dass Detroit Techno in der 2.Generation ein Markenzeichen bleibt.

Ich möchtean dieser Stelle noch die Zitate der 3 hauptsächlichen Mitbegründer einbringen.

Juan Atkins

Detroit ist wahrscheinlich die erste amerikanische Stadt, die erfahren hat, was postindustrielle Revolution bedeutet. Für die Stadtverwaltung stand fest, dass die Industrie sterben mußte, um Platz für High-Tech zu schaffen. Ich denke, dass die trostlose Atmosphäre in gewisser Hinsicht zur Inspiration geworden ist. Alle Künstler in Detroit sind davon beeinflußt.

Derrick May

Alle Einwohner von Detroit kennen Maschinen. Wir haben alle mindestens ein Familienmitglied, das in der Industrie arbeitet. Die Welt der Maschinen ist eine kalte, gefühllose Welt. Unsere Musik spiegelt genau das wider. Sie besteht aus unseren inneren, unbewußten Melodien, die durch die Technik und Elektronik entstanden sind. Dieses Umfeld hat uns geprägt und wir haben versucht, dieses unbewußte Umfeld – die Musik der Maschinen – nachzubilden: ” electronic Detroit techno “.

Kevin Saunderson

In Detroit war nicht viel los. Wir alle liefen Gefahr, auf die schiefe Bahn zu geraten. Ich hatte Glück und entdeckte die Musik. Es gab da im Radio bei GGPR diesen DJ; Mojo hieß er. Sein Sound und seine Mischungen waren für uns völlig neu. Er spielte Kraftwerk, Parliament Funkadelic, B52, Tangerine Dream. Das hat die Musik von Detroit stark beeinflußt.

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Acid Droge oder Musik !?

Das englische Wort für Säure, umgangssprachlich steht es für Drogen und in der Musik für eine Richtung die in aller Welt gespielt wurde. Was glaubt ihr um was es in dem Abschnitt gehen wird? Natürlich um die Musik.Irgendwann in Chicago soll es gewesen sein …

Dj Pierre und Spanky taten sich zusammen und investierten ihr Geld in eine Musikmachine, was heisst hier eigentlich eine, die Rede ist von der Maschine überhaupt. Es war die TB 303 von Roland, die in Japan entwickelt wurde und seit 1982 auf dem Markt ist. Nathan Jones aka Dj Pierre programmierte einen 15minütigen Drumtrack. In den nächsten Tagen modulierten sie dazu eine Bassline und gaben es zum Testen an Ron Hardy weiter der seinerzeit im “Warehouse”auflegte. Der Titel begeisterte das Publikum so sehr, dass Ron es wieder und wieder spielen musste…. Man gab dem Titel den Namen “Acid Tracks”. Die enge Assoziation mit der Droge ahnten die Beiden damals nicht und bedauerten das später noch. Es kursierte gleichzeitig mit der VÖ des Titels in Chicago das Gerücht, dass im Warehouse den Getränken Acid beigemengt wurde. Ausschlagebend dafür ist wahrscheinlich die menschliche Erklärungsuche, denn damit gaben sie sich die Antwort auf die Frage:”Warum tanzen die bloss Abend für Abend bis zur Erschöpfung?”

Soweit zu der ersten Geschichte die da kursiert.

Die Behauptung anderer lautet, der erste Acid Track stammt von Marshall Jefferson und Adonis als Produzenten für Sleezy D´s “I´ve lost Control”. Ich denke an dieser Stelle mal, dass man dieses Geheimnis nie so richtig lüften wird. Soweit die Entwicklung von ACID!

Gehen wir nun im Jahre 1987 auf eine Reise nach Ibiza, dem Vorreiter für musikalische Trends in Europa. Noch heute zählt die Insel zur Partyhochburg. Das liegt sicherlich auch an der Klimalage des Landes, das Sommer für Sommer die Urlauber anzieht so auch die Engländer….

Hier gibt es alles, Sonne, Bier und Clubs. In dem Urlaubsparadies werden Dj´s wie Paul Oakenfold vom Chicagohouse beeinflusst. Auch die Acidklänge verfehlen ihre Wirkung nicht. Zurück aus dem Urlaub veranstaltet Paul die ersten Afterhour Partys in Old England. Die Musikrichtung? natürlich House.

Der Trend zu jener Zeit kommt aber in England vom “Shoom”. Dany Ramling eröffnete diesen Club und da dort alles wie in einer neuen Welt erscheint, ist Freitags “Shooming” angesagt. Übrigens wird dort für die Club Poster vom Designer George Georgiou das Smiley verwendet. Zu dem Zeitpunkt konnte er noch nicht ahnen, dass er damit das Markenzeichen schuf. Acid & House, so kann man es sagen, revolutionierten die Musikbewegung in Europa, es wurde stundenlang getanzt und es herrschte eine Athmosphäre der Friedlichkeit. In England begann ein regelrechter Acid House Hype.

Nicht zu guter Letzt haben auch die Produzenten ihren Anteil daran, man begann selbst mit der Produktion minimalistischer Tracks ( ein Beispiel dafür M.A.R.R.S. – Pump up the Volume). Im Jahr 1988 dem absoluten Höhepunkt des Acids in England wurden bereits erste Platten gepresst.

Nachdem dieser Hype die Grundfesten der kleinbürgerlichen Welt erschütterte, nahm sich die englische Presse dieser Massenbewegung an. Aufgrund der völlig verzerrten Darstellung der Szene und den Schauermärchen die sie über Drogenmissbrauch bringen wird der Trend zur Hysterie. Das Bild der Medien sieht wie folgt aus: Tausende Kids im Drogenrausch, die Öffentlichkeit vermutete hinter jedem Smileyshirt einen Drogenring.

Eine englische Ladenkette nimmt deshalb diese Shirts aus ihrem Angebot. Radiosender wie der BBC weigern sich den nationalen Charthit Nummer Eins zu spielen(DMOB – We call it Acieed). Bei der englischen Polizei formiert sich eine Spezialeinheit die “Acid House Police Squad”. Konsequent werden die Veranstaltungen niedergeschlagen mittels Razzien, Polizeihunden und dem Konfiszieren von Musikanlagen. Acid ist nun kein Jugentrend mehr sondern Angelegenheit des Staates.

Dies trieb die Szene in den Underground wo man schnell lernte wie man illegale Warehousepartys veranstaltet und Piratensender betreibt. Das war also die Grundlage für die Schaffung eines funktionierenden englischen Untergrounds.

Der Hype folgte auch in Deutschland, nahm aber hier nicht so dramatische Formen an,es war nur ein kurzer Trend, vielleicht auch weil er beizeiten in Zeitschriften wie BRAVO & Co. schnell breitgetreten wurde. Der Boom klang hier also genauso schnell wieder ab wie er begann.

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Electronic Body Music

Soweit so gut, was hat sich vor dem Auge des Betrachters immer wieder abgezeichnet.Ja klar, die Geschichte wiederholt sich immer wieder. Es gibt Vorläufer die in eine neue Musikrichtung einfliessen.

Nachdem Kraftwerk und andere als Vorreiter in der Entwicklung der elektronischen Musik den Synthesizer mit einbrachten, wurde das Prinzip so populär, dass auch andere davon in ihrem Schaffen inspiriert wurden.

Einer dieser Künstler der Ära des Synthiepop war Jean Michel Jarre mit seinem 1976 erschienen Album Oxygene. Dieses in seinem Heimstudio gebastelte Soundexperiment aus klassischen Harmonien und elektronischen Sounds traf den Geschmack der breiten Masse. Die Verkaufszahl von 8 Millionen spricht übrigens für sich.

Doch noch tobte Ende der 70iger Jahre eine Welle des Punk in Europa, doch gleichzeitig wurde mit dem Einsatz der Synthesizer das Ende der wütend lärmenden Gitarren heraufbeschworen. Elektronik vollzog den Wandel in allen Bereichen des Lebens, wie Star Wars auf dem Bildschirm zeigte. Der Synthiepop begann mit seinem Siegeszug von England aus mit Bands wie Ultravox und “Vienna”.

Es folgten Human Leaque, Soft Cell und die 4 Jungs mit dem Namen Depeche Mode. Mit den Hits “I just cant get enough” und ” See you” wurden sie zur Synthiepop Band Nummer Eins. Sie machten daraus die “Music for the Masses”! Fast zeitgleich vollzog sich noch eine Entwicklung, abermals in England. Es entstand aus der Mischung von Industrielärm und Umweltgeräuschen eine Musikrichtung namens Industrial. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu EBM.

Es ging den Machern dabei nicht um die Tanzbarkeit ihrer Titel, nein das Ziel war der Weg fort von den gängigen Sound- und Melodieschematas jener Zeit.

Seit dem Jahr 1978 machten Cabaret Voltaire von sich reden. Ihre erste LP “Extended Play” ein Ergebnis ihrer jahrelangen Experimente mit einer Bandmaschine von Revox und einem VCS-3-Synthesizer. Im Laufe der Zeit wurde Ihre Musik immer tanzbarer als Zeichen dafür, dass sie sich intensiver mit der schwarzen Tanzmusik beschäftigten. Eine der radikalsten deutschen Bands die inspiriert von den Industrialklängen waren, sind die Einstürzenden Neubauten, welche den Abfall und die Trümmer der Industriegesellschaft zur Bildung ihrer Klangwerke nutzten.

Als Folge dieser Klangkonstruktionen vom Synthiepop über den Industrialsound kam es in Belgien zur Erschaffung der Electronic Body Music (EBM). Kommen wir an dieser Stelle zu einer Band die einen ganz entscheidenden Anteil an der Verbreitung von EBM hat. Die Rede ist von niemand geringeren als Front242. Sie sorgten mit ihren minimalistischen Takten und kalten Geräuschen für volle Tanzflächen. „Tragedy for you“ soll als Beispiel hier genügen.

In Deutschland gründete sich eine Band namens Pitchfork. Eine Band die heute noch berühmt ist, obwohl ihr Musikstil sich auch weiterentwickelt hat. Peter Heppner, auch besser bekannt mit der Gruppe Wolfsheim, zeigte in der Szene wie man eine romantische Stimmung in den eher düsteren Sound bringt.

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Der Beginn eines neuen Musikzeitalters

Wieder einmal war es unser geliebter Medienverein bestehend aus Presse, Fernsehen und Funk, der Techno von Anfang an in eine Schublade stecken wollte. Ja das ist halt schon ein Phänomen der Urvölker gewesen. Man versucht alles in irgendwelche Definitionen zu verpacken. Ich meine ihr wisst schon was ich meine, wenn es früher gedonnert hat war das der Zorn eines Gottes und nicht das Aneinanderstossen von Gewitterwolken und deren elektrische Entladung. Ja und auch einige Pressevertreter und nicht nur die konnten diese Erscheinung nicht verstehen. Und als Zeichen höchster Intoleranz musste dieser Stil gleich negiert werden. Belegen werde ich das mit einigen Auszügen:

“Techno ist keine Musik…Techno ist Motorsport. Und die Technokids : Image-äffchen, Konsumflittchen, triebverfallene Hedonisten:”

(“Die Zeit” 14.07.1995 Seite 102 “Weltstadt Berlin”)

Andere begannen zu kritisieren, dass die Jugendlichen keine politischen Demonstratione mehr zu veranstalten schienen:

“Die Streetparade als Demonstration für “Love, Peace und Unity”? Ein Witz? Die Raver schweigen… Sie sprühen keine Parolen an die Wände und sie verfassen keine Texte zu ihrer Musik.”

(“Neue Züricher Zeitung”, 09.08.1996 Seite 36)

Das also zur Betrachtungsweise der Medien, von einer kulturellen Jugendbewegung, was Techno ohne Zweifel ist. Und nach dem Anfang der Neunziger viele noch sagen konnten, dass Techno sich nicht durchsetzen wird, so sollten auch diese mittlerweile ihre Meinung revidiert haben.

Ich beginne nun auf die eigentliche Entstehungsgeschichte des Techno einzugehen, die Characteristik der Musik und die Verwandtschaft zu House und Detroit Techno habt ihr sicherlich schon erkannt.

Eine weitere Musikrichtung die mit zum Techno führte war New Beat. Von den Medien und der Industrie als Nachfolgehype von Acid gefeiert, sollte dieser Trend nicht lange anhalten. New Beat war ein langsamer Dancerhythmus um die 108 BPM und vor allen die belgischen Produzenten sorgten für einen nahtlosen Übergang zum Techno.

Und nachdem wir nun so viel erfahren haben, wissen wir immer noch nicht wann Techno entstanden ist. Diese Frage und die Beschreibung der einzelnen Stile die unter den grossen Oberbegriff “Techno” fallen werden ich in den nächsten Abschnitten ausführlicher erläutern.

Am Anfang war … so beginnen die vielen Geschichten so auch hier, also in einer Zeit in der auf der ganzen Welt ein unaufhaltsamer technologischer Fortschritt die Menschen vorantrieb, in der Zeit schlug die Geburtsstunde für Techno. Was war eigentlich los in jenen Tagen? Die Politik war nicht mehr so vordergründig, die Jugend vertrieb sich die Zeit mit Video, Heimcomputer und Gameboy. Das alte Machtgefüge des Ostblocks war zerbrochen und Deutschland wiedervereint. In dieser schnellebigen tecnologisch bestimmten Welt wurden auch die Produzenten beeinflusst.

Es entstand eine Mischung aus den Richtungen House und Detroit Techno. Man bezeichnete das ganze treffenderweise als Techno House und verwandte später nur noch den Kurzbegriff Techno. Welcher heute noch so verwendet wird, da es bisher keine treffendere Bezeichnung gibt.

Wie ich oben schon erwähnte steht Techno heute als grosser Sammelbegriff für unterschiedliche Musikrichtungen, doch bevor ich auf die zu sprechen komme möchte ich hier noch feststellen, dass die Entwicklung sich in Amerika und Europa zeitgleich vollzog.

Die Musikstile die ich in den nächsten Abschnitten behandle, werde ich erst einmal auflisten damit ihr einen überblick bekommt was da alles in den letzten 12 Jahren passiert ist.

Hardcore
Gabber
Happy Hardcore
Trance mit den Untergruppen: Happy Trance
Trance House
Acid Trance
Trancecore
Ambient
Jungle
Drum’n'Bass
Trip Hop

Das Phänomen Techno setzt sich aus neuen Regeln der Musikerschaffung zusammen, denn war es früher für einen Produzenten unumgänglich sich in der Notenschreibung auszukennen, so wird heute mit verschiedenartigen Programmen und Instrumenten solange getüftelt bis der Sound gefällt. Als Beispiel nenne ich hier stellvertreten für alle anderen den Magix Music Maker.

Und nun noch was zu den BPM = Beats per Minute, denn die spielen ja auch eine wichtige Rolle und sind in manchen Fällen das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Stilrichtungen. Die schnellste Stilart ist dabei Gabber, mit bis zu 250 BPM, zum Vergleich bei Hardcore ist die Geschwindigkeit zwischen 170 – 190 BPM , House liegt zwischen 110 und 135 BPM. Zum Vergleich möchte ich hier mal aufführen, dass das menschliche Herz ungfähr 80 mal in der Minute schlägt, und dass unser Gehör ab ca 700 BPM nur noch einen dunklen Dauerton wahrnimmt.

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… die Geschichte geht weiter …

Hardcore

Nun kommen wir zu der schwierigen Antwort auf die Frage: “Wie definieren Sie Hardcore ?”. Ich könnte an der Stelle versuchen das ganze an den BPM- Zahlen festzumachen, aber ich denke mal das ist nicht so einfach. Die beste Antwort die dazu auch leichtverständlich ist kommt von DJ Pure einem Mitbestreiter von ILSA GOLD:

“Hardcore ist nicht nur schnell und hart, sondern beinahe unfaßbar, schräg und schwer erträglich. Hardcore Platten gehen oft ans Limit des noch Erträglichen. Sie gelten durch ihre Härte als extrem unnahbar. Für viele ist es nur noch Krach, doch das Witzige ist ja, die Grenzen auszuloten, anzugreifen und immer weiter in den Industrial Bereich vorzudringen”

Der Zusammenhang zwischen dem Geschwindigkeitsfanatismus, wurde durch Behauptungen von Kritikern, mit der übermässigen Dosierung von Speed(Amphetamin) hergestellt. Das ist allerdings eine These, die man nicht so ohne weiteres belegen kann und sie soll deshalb auch hier nicht weiterverfolgt werden.

Ich denke, dass die damals um sich greifende Hektik und der Drang nach Masseneuphorie, dem Hardcore den Weg ebneten, quasi als Spiegelbild der damaligen Gesellschaft. Dem Mitbegründer dieser Richtung, Paul Elstak, fiel das grosse Interresse der Jugendlichen an hartem Breakbeat auf. Aus dieser Erkenntnis heraus gründete er das Label Rotterdam Records als Plattform für diesen Stil.

Zu den Geschwindigkeiten der Musik habe ich mich ja schon geäussert, ein Aspekt den wir noch durchleuchten müssen ist der Inhalt des Hardcore, eine Mischung aus Provokation und Abrechnung mit vergangenen Musikstilen und Verunglimpfung anderer Stile. Was ich damit meine hört man am besten bei ILSA GOLD und Silke wo in einem der Teile Karel Gott mit Darinka auf die Schippe genommen wird (… fang das Licht…)

Gabber

Die Übersetzung des Begriffs Gabber ins Deutsche bedeutet so viel wie Kollege und Kumpel. Genau da will ich anknüpfen den Übergang von Hardcore zu Gabber ist meist nur die wahnwitzige Geschwindigkeit. Die meisten von euch die diese Zeit miterlebten haben sicherlich noch die typischen “Motherfucking Breakbeats” im Ohr. Eine weitere Unterscheidung erfolgt in den lustig-melodiösen und in den “Dark” Gabber. Dann war da noch der “Speed” Gabber der an die Grenzen des tanzbaren ging. Entscheidend für den Erfolg von Gabber waren aber bekannte Melodien ausgeschmückt mit schnellen Breakbeats. Ich erinnere mich noch an “Ein bisschen Frieden” von Nicole. Durch dieses einfache Rezept wurde eine Masseneuphorie ausgelöst und weckte dadurch das Interesse der Musikindustrie welche das dann in unzähligen Samplerreihen mit gleich klingenden Titel ausbeutete.

Happy Hardcore

Nachdem die Musikindustrie ihre Finger mit im Spiel hatten und man schnell die Grenzen des Gabber erkannte, war es an der Zeit diese Musik verbraucherfreundlich zu verpacken und einem grösseren Konsumentenkreis nahe zu bringen. Also wurde das Bild der “Bewegung gegen Gewalttätigkeit, kollektiven Drogenmissbrauch und Geschwindigkeitsmanie” geschaffen. Die Erkenntnis, dass man mit ständig schneller werdenden Beats nichts mehr erreichen kann, führte zur Drosselung derselben. Vetreter aus dieser Phase der Entwicklung waren unter anderen Charlie Lownoise & Menthal Theo. Es gab in dieser Richtung dann aber nicht wirklich eine Neuerung, sprich ein musikalischer Stillstand hat hier stattgefunden, so dass diese Richtung bald abgelöst wurde.

Trance

Eine Bezeichnung die so eigentlich keine Daseinsberechtigung hat. Geschuldet ist er der Ursache, dass alles was es gibt in eine Schublade gepackt und genauestens definiert sein muss. Geprägt von den Printmedien und verbreitet durch mitlaufende Szenekenner wurde Trance der Stempel, seit 1992, für einen gewissen Musikstil der Technogemeinschaft. Da es aber nun einmal so ist haben wir die Musikrichtung Trance.

Klären wir an dieser Stelle den Ursprung der Bezeichnung Trance.

Unter Trance versteht man seit Urzeiten den Zustand menschlichen Bewusstseins, sei es nun in religiöser, ritueller oder psychischer Hinsicht. Trancezustände kann man aktiv und passiv erreichen.Die Übergangsphase von wach sein und dem Schlaf wird auch als Trance bezeichnet.

Typische Vertreter der anfänglichen Tranceszene, die besonders in Deutschland eine schnelle Verbreitung fand, waren einerseits Dr. Motte (Klang der Familie), der seinen Stil anfangs “Heartcore” nannte, andererseits Sven Väth aus Frankfurt/Main mit seinen Labels EYE Q Records und Harthouse. Väth´s bahnbrechendes Album “An Accident in Paradise” verschaffte ihm als ersten DJ weltweite Verträge.

Nicht vergessen werden wir seinen Anteil an der Clubscene mit seinem Technotempel “OMEN”. Ja und dann war da noch DJ Dag, der sich einen Namen in der Frankfurter Flughafen Disco “Dorian Gray” machte. Er verzückte die Trancejünger durch eine Mixtur aus sphärischen Harmonien, stringlastigen Klangteppichen und extrem tanzbaren Grooves. Genau diese Art Musik die von DJ Dag gespielt, wurde mit dem Begriff Trance verwebt, so dass man von Trance spricht wenn in einer Musik diese Stringlastigen Klangteppiche vorkommen.

Es entstanden viele Begriffe um die verschieden Styles zu unterscheiden. Man braucht sich also nicht wundern, wenn man von dem ganzen ein wenig verwirrt ist. Letztendlich vermischten sich der Euro-Pop mit den dazugehörigen Trancemustern und machten die Musik immer charttauglicher. Diese Entwicklung wurde durch Produzenten wie Cosmic Baby und Paul van Dyk vorangetrieben. Ab 1994 begann der absolute Ausverkauf des Trances.

Obwohl auch heute noch der Begriff Trance existiert hat die Musik von heute nichts mehr gemein mit deren Ursprung.

So jetzt noch zu den charakteristischen Merkmalen der einzelnen Styles:

Happy Trance: vergleichbar mit Happy Hardcore nur langsamer
Trance House: housige Beats mit Trance Elementen (Usura – Open your Mind)
Acid Trance : Kobination Trance und Acidelemente
Hard Trance : Eine Mischung harter Beats mit Trance Elementen

Ambient

Kommen wir zu einem Genre das sich nicht so leicht einstufen lässt, da man es nicht allein auf die Clubs und Ravekultur beschränken kann. Ambient stellt vielmehr ein Wechselspiel zwischen Ideen und Schall, Argumenten und Klang dar, das als einziges Ziel den Zuhörer verwirren und irritieren soll. Der Begriff stammt von Brian Eno einem Bandmitglied von ROXY MUSIC. Er erschreckte die virtuosen Musiker der 70iger mit der Behauptung kein Instrument im herkömmlichen Sinne spielen zu können. Sein Album “Music for Airports” wurde von ihm als Ambient bezeichnet. Ambient ist also nichts anderes als experimentelle Musik mit den oben genannten Zielen. Bekannter ist wahrscheinlich der Begriff Chill Out, welcher von Acts wie The Orb und KLF massgeblich geprägt wurden. Ambient stellt damit den Gegenpol zur Tanzmusik dar.

Jungle/ Drum’n'Bass

Zurück nach England 1988 The Summer of Love. Komisch was in aller Welt hat denn Acid mit Breakbeats zu tun? Also eins ist sicher, die Klänge der 303 von Roland waren es nicht. Nein, keine unbedingte musikalische Verknüpfung führt uns nach England zurück, es ist der Umstand, dass hier in den von Warehouse Parties und Raves überschwemmten Land, zum ersten Mal eine Vermischung schwarzer und weisser Subkultur kommt.

Durch die Mischung dieser unterschiedlichen Kulturen entstand der sogenannte britische Hardcore. Aufgrund der Tatsache, dass Acid eine Welle war, die aus Amerika rüberschwappte, und dass England keine richtigen alteingesessenen House Produzenten hatte, wurden jene Musiker einbezogen die Erfahrungen in der amerikanischen Produktionsweise hatten und die stammten dann hauptsächlich aus der Hip Hop Szene. Da die englischen Hip Hopper meist hinter ihren amerikanischen Vorbildern zurückstanden erkannten sie schnell ihre Chance eine eigene Identität aufzubauen. Fieberhaft arbeiteten sie daran und so entstand in ziemlich kurzer Zeit eine Mischung aus Breakbeats und Drumloops aus alten Funk und Soulscheiben. Und diese Mischung war stilprägend und ist es auch heute noch.

Man streitet sich heute noch wer die Erfinder des Hardcore sind:”Waren es Altern 8 oder DJ Hype?”. Egal! Eines der wichtigsten Merkmale dieser Szene ist die Kommunikation, die hier vorherrscht und das persönliche Einbringen von Ideen um die Szene voran zu bringen. England befand sich auf dem Weg fort vom normalen Dancefloor Beat. Diese Szene baute sich ihr eigenes Netzwerk aus Plattenläden und Ritualen, ihren eigenen Stars und Piratensendern.(Einer der bekanntesten war Kiss FM)

Nach all diesen Aktivitäten und aufgrund der Krise in der die englische Plattenindustrie steckte, war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, dass die grossen Majors auch diesen Style ausschlachten wollten. Das Label XL, ein Verbund der kommerziell orientierten Label, machte allen vor wie viel Geld man mit einer jungen Kultur machen kann. Dabei erkannte man auch wie man eine zerbrechliche Szene schnell durch gezielte Vermarktung und Überschwemmung ins Abseits drängen kann. Hardcore war damit nicht mehr als ein Hype für einen Sommer. Danach war es einfach nur noch lästig. Bekannteste Vertreter sind in Deutschland heute noch Prodigy.

Diese Gefahr bestand auch in der Anfangszeit für Jungle, aber hier kommen wir zu den kommunikativen Eigenschaften dieser Szene, die von der Plattenindustrie unterschätzt wurde. So begann man sich auf die Musik als eigentliches zu konzentrieren, man vermied bewusst Einflüsse von House und Techno. Das alles geschah mit der weisen Vorraussicht sich nicht in Bereichen aufzuhalten die von der Musikindustrie kolonialisiertwerden können. Man verfeinerte die Techniken, es kam zu einem sehr experimentellen düsteren Sound. Dieser Sound wurde schnell als Darkness bezeichnet und wich im weiteren Verlauf der Bezeichnung Drum’n'Bass.

So ich werde das dann nicht mehr weiter ausdehnen und gehe mit euch zum letzten Kapitel über…

Trip Hop…

ist eine Mischung aus Jungle und Hip Hop. Auschlaggebend für den Sound ist die ruhigere Szene, vor allen Dingen die in Bristol(Ostküste Englands). Im Gegensatz zu Jungle ist der Beat langsamer und düsterer, ausserdem wird grosser Wert auf den psychedelischen LoFi-Charakter gelegt. Das bedeutet, dass Stilelemente wie Umweltgeräusche, Netzbrummen, Vinylknistern und andere akustische Fehlklänge gern verwendet werden. Bekannteste Vorreiter dabei waren Massive Attack und Fatboy Slim, um nur einige zu nennen.

So geschafft, ich hoffe dieser Ausflug in die Musikgeschichte war interessant für euch, aber da Ihr bis hierher vorgedrungen seid denke ich schon. Wenn irgendetwas geschichtlich anders verlaufen ist und ich was verwechselt oder falsch verstanden haben sollte, schreibt´s ins Gästebuch dmait ich das korrigieren kann. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und noch viel Spass beim Musik hören, egal welche Richtung ….

See you DAVE TUXEDO

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Quellen

Webseiten


Bücher


  • David Toop “Die Geschichte der Disko”
  • Albert Goldmann “Disko”
  • Tom Smucker “Rap Attack”
  • Phil Cheeseman “History of the Housemusic”

Dokumentationen


  • Dokumentation von Dominique Deluze, 60 Min.Produktion: Les Films à Lou – La Sept/ARTE – 1996

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